Warum ich meditiere

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Warum ich meditiere

Ich habe erkannt, daß der Mensch den Menschen wiederfinden kann, wenn er beginnt sich auf sich selbst zu besinnen, durch die Entwicklung seiner Eigenkräfte. Indem er der Frage nachspürt, wie er von innen heraus ein freier Mensch werden kann und sein Leben in Freiheit so lebt, daß er seinen Mitmenschen ein Leben in Freiheit ermöglicht. Die Meditationsübungen führen den Menschen zu solchen Erkenntnissen und zeigen ihm seinen Weg in die Freiheit.

Es wird eine langsame Entwicklung vom Haben zum Sein gefördert, die vom Übenden Ausdauer, Geduld und liebevolle Hingabe erfordert. Es ist ein Schulungsweg, der dem Menschen hilft sich selbst zu überwinden.

Goethe schreibt in seinem Gedicht Die Geheimnisse: »Von der Gewalt die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet.«

Die Lebenskunst, sich zu überwinden, kann auf zweifache Weise gelernt werden: einmal durch passive Meditation und zum zweiten durch aktive Meditation.

Die passive Meditationsübung erfordert eine regelmäßige Übungszeit, in der wir üben uns zu entspannen und eine bequeme und aufrechte Sitzhaltung einzunehmen, einen inneren Dialog zu entwickeln, einen ruhigen fließenden Atem zu entwickeln, unsere Entscheidungskraft zu verbessern, störende Gedanken loszulassen, eine Innenschau zu entwickeln und Zeuge der Gedanken zu sein. Sie wird uns mit der Zeit ein besseres Verständnis von unseren bewußten, unbewußten und überbewussten Geistzuständen vermitteln und lehrt uns die Konzentration auf einen Punkt über eine lange Zeit ohne Pause mit Liebe und Hingabe.

Die aktive Meditationsübung besteht in der Erfüllung der täglichen Aufgaben und Pflichten, wenn man arbeitet, geht, spricht, isst usw. Die passive Meditation führt automatisch zu einer erhöhten Wachheit und Aufmerksamkeit im alltäglichen Leben, und das wiederum läßt uns entscheidungssicherer und verantwortungs-voller handeln. So wird die Meditation zu unserem Leben und unser Leben wird zu einer einzigen Meditation.